| Erster Sieg bei Lizenzrennen |
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Nach Tirol ging es heute in die Steiermark, genauer gesagt nach Deutschlandsberg (südwestlich von Graz).Es war ein Rennen der Kategorien Elite C und U23, deshalb war mein Ziel ein Platz unter den ersten Fünf, wobei ich auch mit dem Podium liebäugelte.
Das Rennen ging über 9 km wobei die ersten 3 km eher flach waren. Auf diesem Abschnitt kam es schon zu Attacken und es konnte sich zuerst einer und kurz darauf 4 weitere Fahrer absetzen. Ich musste hoffen, dass ihr Vorsprung nicht zu groß werden würde, denn ich konnte nicht jede Attacke mitgehen und blieb deshalb im Feld.
Kurz vor dem Anstieg, hatte ich die fünf noch in Blickweite und war guter Dinge sie am Berg wieder einzuholen.Als es dann bergauf ging setzte ich mich an die Spitze des Feldes und versuchte ein hohes Tempo anzuschlagen. Nach ein paar Metern konnte ich die ersten Ausreißer einholen und bis zur ersten Kurve, waren auch die beiden letzten gestellt. Somit war ich an der Spitze des Rennens und da dachte ich mir, jetzt muss ich durchziehen und abwarten was passiert.
Bei jeder Kurve schaute ich mich um und bemerkte zu meiner Freude, dass die Anzahl der Fahrer an meinem Hinterrad immer geringer wurde. Genaueres konnte ich nicht erkennen, aber ich schätze, dass es noch 4 – 5 Fahrer gewesen sind.Ich fühlte mich immer noch gut und fuhr mein Tempo weiter. Nach ein paar weiteren hundert Metern war dann nur mehr ein Fahrer an meinem Hinterrad, der aber ziemlich hartnäckig. Als der Vorsprung zu den weiteren Fahrern schon einigermaßen groß war, machte ich ihm den Vorschlag, er solle auch mal in die Führung gehen, er lehnte jedoch ab und blieb weiter in meinem Windschatten. Dies ging dann noch ca. einen Kilometer so weiter, bis ich schlussendlich so verlangsamte, dass er freiwillig nach vorne fuhr. Von da an war kein richtiger Zug mehr drinnen so wie am Anfang, aber ich riskierte das unter Anführungszeichen langsame Tempo, da ich immer wieder einen Blick zurückwarf um unseren Vorsprung zu kontrollieren.Circa zwei Kilometer vor dem Ziel wurde es zuerst etwas flacher und später sogar ganz flach. Dort fuhren wir zum Teil auch nebeneinander und ich war mir nicht sicher wie stark er ist, aber ich war voll motiviert um mich von ihm bis ins Ziel nicht mehr abhängen zu lassen. Am Ende des Flachstückes fuhr ich dann wieder nach vorne, da es nur mehr 1000 m bis ins Ziel waren und es nach einer 180° Kurve wieder bergauf ging. Am Ausgang der Kurve war es dann soweit, mein Kontrahent ging aus dem Sattel und attackierte. Ich fuhr natürlich hinterher und zu diesem Zeitpunkt tat es dann richtig weh. Nach ein paar Metern konnte ich dann wieder zu ihm aufschließen und setzte sofort die Gegenattacke. Allerdings kam da wieder ein kurzer steilerer Abschnitt und meine Beine wollten nicht mehr, sodass ich gezwungen war mich wieder hinzusetzen und runter zu schalten. 600 Meter vor dem Ziel waren wir also immer noch zusammen, aber ich war mir immer noch nicht sicher wer von uns gewinnen würde. Auf den nächsten Metern, als es nicht mehr so steil war, orientierte ich mich wieder etwas nach hinten. Nach der 500 Meter Marke kam noch eine Kurve und nach der konnte man das Ziel schon sehen – es war ein schöner Anblick – eine leichte Kuppe, links und rechts Wald und dahinter nur mehr Himmel.
Aber zurück zum Rennen, denn mein Kollege ging erneut aus dem Sattel und trat an.Dieses Mal fiel es mir nicht so schwer an ihm dran zu bleiben wie zuvor, deshalb schaltete ich rauf, nahm den Lenker tief, setzte zum Zielsprint an und ging an ihm vorbei. Nach ein paar Metern blickte ich mich um. Zu meiner Freude konnte er mir nicht mehr folgen bzw. hat resigniert. So machte ich mich alleine auf die letzten 200 Meter der Ziellinie entgegen und konnte nach einer Fahrzeit von knapp 22 Minuten das erste Mal bei einem Lizenzrennen die Ziellinie als Erster überqueren.
Nach vielen Jahren hat es endlich mal geklappt, worüber ich natürlich sehr erfreut bin. |
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