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Kurzfassung:
Beim heutigen 22. Mondsee 5 Seen Radmarathon konnte ich den für mich sehr zufriedenstellenden 3. Platz erreichen. Schon ein paar km vor dem Anstieg auf die Postalm konnte ich mich mit Lindner und Haun vom Rest des Feldes absetzen.Danach wechselten wir uns immer schön ab und konnten einen Vorsprung von ca. 10 Minuten herausfahren. Das hohe Tempo und der starke Gegenwind machten mir aber doch sehr zu schaffen. So musste ich nach Altmünster beim nächsten längeren Anstieg die beiden ziehen lassen.Danach kämpfte ich mich noch fast 2 h alleine ins Ziel und wurde dann doch noch Dritter.
Drückt weiter und ihr kommt zum "extra large" Bericht
EXTRA LARGE:
Du stehst nach einer eher unruhigen Nacht kurz vor 5 Uhr auf.
Du weißt, dass du heute noch mehr Stunden mit dem Rad fahren musst, als du die letzte Nacht geschlafen hast.
Die anfängliche Müdigkeit ist aber sofort weg, weil dein ganzer Körper unter Spannung steht, denn du weißt, heute geht’s um was.
Das Frühstück schmeckt dir nicht, doch du musst essen was geht.
Dann setzt du dich zum Warm fahren aufs Rad.
Die Beine fühlen sich ein bisschen schwammig an, aber nicht schlecht.
Du fährst dich ganz locker warm, hast aber einen höheren Puls als beim Grundlagentraining.
So ging es mir vor dem Start zum 22. Mondsee 5 Seen Radmarathon.
Als das Rennen dann um 7 Uhr endlich startete, war die vorangegangene Anspannung endlich weg und ich konnte mich voll aufs Rennen konzentrieren.
Nach dem offiziellen Start bei der Fa. Ebner-Bau setzte sich Lindner sofort an die Spitze des Feldes und machte die ersten Kilometer schon mal ordentlich Tempo. Ich war an seinem Hinterrad, wollte aber noch nicht wirklich schnell fahren, weil sich meine Beine noch nicht so gut angefühlt haben. Bis zum Scharflingerberg wurde das Tempo dann wieder etwas rausgenommen, ehe Lindner wieder versuchte sich am Berg abzusetzen.
Ich fuhr nicht mit und blieb an der Spitze des Feldes, da es noch ziemlich lang zu fahren war. An diesem Anstieg merkte ich aber, dass meine Beine ganz gut waren.
Bis Strobl ereignete sich nichts Nennenswertes.
Kurz vor der Abzweigung von der Bundesstraße fuhr ich nach vorne, ans Hinterrad von Lindner. Vor ihm fuhr noch ein Teamkollege von ihm, aber als dieser ihm zu langsam fuhr, setzte sich Lindner nach der Abzweigung zur Postalm an die Spitze, und drückte mächtig aufs Tempo.
Ich hatte ab diesem Zeitpunkt nur mehr das Bestreben, sein Hinterrad so lange wie möglich zu halten und achtete deshalb nicht darauf was hinter mir passierte.
Als ich nach ein paar leicht steigenden Abschnitten dann doch mal zurückschaute, bemerkte ich zu meinem Erstaunen, dass sich bereits ein kleines Loch hinter mir gebildet hatte.
Da dachte ich kurz, was mach ich da, denn ich wusste, dass ich am Berg mit Lindner nicht mitfahren konnte. Als dann aber noch ein weiterer Fahrer (Haun) zu uns aufschließen konnte, entschloss ich mich doch wenigstens bis zum Anstieg an Lindner dranzubleiben – denn wer nichts riskiert, gewinnt auch nichts…
Bereits bei der Mautstation hatten wir schon so einen Vorsprung, sodass wir das Feld hinter uns gar nicht mehr sahen.
Als es dann in den Anstieg ging, fuhr Lindner sein hohes Tempo weiter. Haun blieb an ihm dran, ich jedoch musste etwas abreißen und blieb ein paar Meter dahinter. Kurz danach musste Haun aber auch reißen lassen und bis zur Hälfte des Anstieges konnte ich zu ihm aufschließen. Auf der Postalm angelangt, schlossen wir wieder zu Lindner auf, da er nicht alleine weiterfahren wollte. Wir hatten dabei knapp eine Minute Vorsprung auf die nächste Gruppe. Ich ging als Erster in die Abfahrt und riskierte seit langem wieder mal bergab. Ab Voglau ging dann das harte Rennen so richtig los. Da wir nur zu Dritt waren, musste jeder im Wind fahren und die Phasen im Windschatten waren nur äußerst kurz.
Wir harmonierten aber gut und so konnten wir den Vorsprung weiter ausbauen.
Am nächsten Berg, den Pass Gschütt, fuhr Lindner wieder ein hohes Tempo von vorne. Ich hatte zwar wieder Probleme, konnte aber mit den Beiden in die Abfahrt gehen.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich auch, dass ich in dieser Gruppe der „Schlechteste“ bin.
Deshalb war mein Ziel, so lange wie möglich in dieser Gruppe zu bleiben, andererseits den Vorsprung auszubauen, dass, falls ich abreißen würde, ich noch eine Chance habe vor der Verfolgergruppe ins Ziel zu kommen.
Am Hallstättersee angelangt erschwerte uns auch noch starker Gegenwind das Leben. Ab Bad Goisern hatte ich dann immer wieder Probleme durch die Führung zu gehen und die Beine taten schon richtig weh.
Da musste aber noch eine lange, ganz lange, flache Strecke mit fiesem Gegenwind bis Altmünster und dem nächsten Anstieg absolviert werden.
Der Vorsprung auf die nächste Gruppe wuchs immer weiter. Laut Information lag er bei 10 Minuten, andere behaupteten mehr. Was genau stimmt wusste ich nicht, ich wusste nur, dass er groß war.
Kurz vor dem Anstieg Richtung Neukirchen, blieb ich nur mehr im Windschatten, da ich befürchtete, dass es bei diesem Anstieg wieder genau so werden wird wie bei den letzten – Lindner vorne weg, dann Haun und dann ich.
So war es dann auch. Über den ersten Teil konnte ich mich noch drüberretten, aber beim letzten längeren Abschnitt rissen dann auch schon die Löcher auf. Ich versuchte den Abstand so gering wie möglich zu halten, um dann wenigstens im Flachen wieder aufschließen zu können.
Ca 10-15 Meter hinter Lindner kam Haun über die Kuppe, ich folgte mit knapp 30 Metern hinter Haun. Lindner wartete auf Haun, aber auf mich nicht mehr.
Auf den nächsten Kilometern versuchte ich vergeblich den Anschluss wieder zu schaffen, da ich sie ja immer noch im Blickfeld hatte und es von diesem Punkt der Strecke noch etwa 2 h bis ins Ziel waren.
Ich schaffte es aber leider nicht mehr und so hing ich zwischen 2 Gruppen. Der Rückstand zu der vor mir wurde immer größer und der Vorsprung zur hinter mir fahrenden 10-köpfigen Gruppe immer kleiner.
Aufgrund des zuvor genannten großen Vorsprungs den wir mitgeteilt bekamen, riskierte ich es alleine voll weiter zu fahren und begab mich auf ein 2-stündiges „Einzelzeitfahren“.
Da lag aber noch der unangenehme Anstieg auf die Großalm und deren Anfahrt vor mir.
Ich fuhr meinen Rhythmus und kämpfte mich auch noch über diesen Anstieg, ehe es dann in die Abfahrt nach Steinbach ging.
Danach gings nach rechts, Richtung Seewalchen und der Wind kam wieder von vorne.
Von diesem Zeitpunkt an war es schwer mich zu motivieren – ich wusste nicht den genauen Abstand nach hinten, ist er ausreichend groß, oder sind sie eh schon knapp hinter mir?
Ich motivierte mich mit den Fahrern der 140 km-Strecke, welche ich laufend überholen konnte, allerdings hatte ich von diesen auch keinen wirklichen Nutzen in Sachen Windschatten.
Eine weitere Motivation waren dann noch so manche Leute, die in Mondsee warteten, welche ich auch nicht enttäuschen wollte und ich Präsident Ahamer ein Geburtstagsgeschenk (62) versprochen hatte.
Nachdem es am Ende des Attersees dann endlich in die Gegenrichtung ging, der Wind etwas von hinten kam, und von der anderen Gruppe noch nichts zu sehen war, war mir schon wieder etwas leichter.
Die Beine taten zwar immer noch weh, doch durch das ständige Essen und Trinken während der letzten 4,5 Stunden brachte ich zu meinem Erstaunen und Freude immer noch ausreichend Druck aufs Pedal.
Mein nächstes Ziel war dann nur mehr das Ende des Anstieges kurz vor Oberaschau, denn ich wusste, wenn ich da oben von hinten noch niemanden sehe, könnte der Vorsprung reichen.
Dieser unrhythmische Anstieg tat auch noch mal so richtig weh, aber ich kam alleine oben an.
Die letzten 10 km waren dann geprägt von Kampf, Schmerzen und Ungewissheit.
Die Ungewissheit löste sich erst 1 km vor dem Ziel, denn da war noch immer niemand von hinten zu sehen.
Ja und dann ging es rechts weg in die Allee und nach 5:35 h als Dritter, endlich über die Ziellinie.
Auf meine ehemaligen Fluchtgefährten (Lindner vor Haun) verlor ich im Endeffekt ca. 4,5 Minuten und auf die nächste Gruppe konnte ich einen Vorsprung von 1,5 Minuten ins Ziel retten.
Mit dem 3. Platz und mit meiner Leistung bin ich mehr als zufrieden.
Es war das längste und so ziemlich das härteste Rennen welches ich bis jetzt gefahren bin - 4,5 Stunden am Limit und davon 2 h alleine.
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